
Cartoonmuseum Basel begeht Jubiläum mit Rudi Hurzlmeier und vielen anderen ...
Datum: 20.07.2010 Thema: Ausstellungshinweise
Pressemitteilung des Museums
Das Cartoonmuseum Basel feiert sein 30-jähriges Bestehen mit zwei Ausstellungen und einer Publikation. Die Werkschau «Rudi Hurzlmeier. Meisterwerke der komischen Periode» zeigt die grossformatigen Gemälde des international bekannten deutschen Künstlers erstmals in der Schweiz. «Frisch gestrichen» präsentiert die schönsten Kunstparodien aus der eigenen Sammlung als Kabinettausstellung und als Postkartenbüchlein zum Mitnehmen.
Seit seiner Gründung unter dem Namen «Sammlung Karikaturen & Cartoons» vor genau 30 Jahren, widmet sich das Cartoonmuseum Basel als einziges Museum der Schweiz ausschließlich der satirischen Kunst. Zum Jubiläum gönnt sich das Haus gleich zwei Ausstellungen, die sich auf verschiedene Weise dem Thema Kunst und Humor nähern. Zum einen ist dies eine umfassende Werkschau mit Rudi Hurzlmeier, der sich der komischen Kunst verschrieben hat. Zum anderen zeigt das Cartoonmuseum Basel mit «Frisch gestrichen» eine Auswahl von Werken aus seiner Sammlung, die sich zwischen Kunstsatire, Kunstparodie und Kunstkritik bewegen.
Nach der Vernissage am 25. Juni wurde noch weitergefeiert: zwei Tage lang war der Künstler Rudi Hurzlmeier vor Ort und führte zusammen mit der Museumsleiterin Anette Gehrig durch die Ausstellungen – Eintritt frei. Rudi Hurzlmeier gehört – mit Gerhard Glück, Michael Sowa, Ernst Kahl und Bernd Pfarr – zu den Begründern der komischen Kunst. Diese Zeichner bringen ihre Pointen nicht mit flüchtigen Federstrichen zur Geltung, sondern mit den Mitteln der klassischen Malerei: aufwendig gemalt und oft grossformatig. Die komische Kunst war und ist mehrfach subversiv – und auch mehrfach komisch: Zum einen unterläuft sie die ästhetischen Erwartungen des Betrachters an die Witzzeichnung, zum anderen widerspricht ihr Rückgriff auf Techniken, Stile, Gattungen und ein kunsthandwerkliches Ethos, das man in der zeitgenössischen Kunst vergeblich sucht, dem Zeitgeist. Und natürlich verspottet die Komik auch die Erhabenheit der klassischen, von den komischen Künstlern vordergründig nachgeahmten Malerei. Rudi Hurzlmeier ist einer der exzentrischsten Meister der komischen Kunst. Seine Bilder und sein Humor zeichnen sich durch barocke Opulenz aus. Da ist alles grosszügig aufgetragen, die Farben glühen wie im Rausch, die Linien verraten eine Vorliebe für Üppiges, und aus jedem Pinselstrich quillt die Lust am Grotesken, am Kitsch und auch an unerwarteten Assoziationen. Virtuos nutzt er die Diskrepanz zwischen seinem altmeisterlichen Stil und komischen, oft absurden, meist grotesken, nicht selten makabren Motiven, um beim Betrachter Verblüffung, Irritation und schliesslich Heiterkeit auszulösen. Vom Akt über die Landschaft, das Historienbild und das Porträt bis zum Stillleben ist kein Genre der klassischen Malerei gegen seinen Zugriff gefeit. Aber: Hurzlmeiers Kunst erschöpft sich nicht in Parodie und Provokation – bei ihm halten sich Verballhornung und Hommage die Waage.
Das Cartoonmuseum stellt Rudi Hurzlmeiers komischer Kunst eine Auswahl von Werken der Kunstsatire gegenüber. Kunstsatire meint, dass sich satirische Künstler mit der sogenannten 'ernsten' Kunst beschäftigen. Dieter Burckhardt (1914–1991), der Gründer und Stifter des Museums, war der Kunstsatire sehr verbunden und hat sie intensiv gesammelt. Diese reizvolle Gattung ist deshalb besonders oft und mit aussergewöhnlichen Werken in der umfangreichen Sammlung des Cartoonmuseums vertreten. Im Zentrum der Ausstellung stehen Highlights aus dieser Sammlung mit Klassikern wie Ronald Searle, Gerhard Glück, Heinrich Kley, Martial Leiter und anderen, ergänzt mit aktuellen Künst-lern wie Noyau oder Nicolas Mahler. Arnold Böcklins düstere «Toteninsel» wird zum AKW-Standort, Leonardo da Vinci gerät unter die Knute einer dominanten «Mona Lisa» und die entblösste Dame in Edouard Manets «Le déjeuner sur l’herbe» hat ihre Kleider nur in den Waschsalon nebenan gebracht ...
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